Full Circle – Filmpremiere mit ganz viel Herz

Am 12. September waren Tim und ich zur Premiere von Full Circle – Last Exit Rock’n Roll eingeladen. anders – oder so e.V. ist als Charity von Andy Brings Crowdfunding-Aktion bekannt (https://www.anders-oderso.de/2018/01/20/full-circle-last-exit-rock-n-roll/). Zudem hatte Tim eine kleine Rolle im Intro des Films ergattert.

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Doch wir haben uns nicht einfach einen Film angesehen. Wir haben eine Reise gemacht – zum Film und während des Films. Ich habe Hürden überwunden, Rückenwind bekommen, kleine Erfolge gefeiert und wurde therapiert. Mich haben schon viele Filme zum Nachdenken angeregt, aber dieser hat mich direkt bewegt. 

Eine Autofahrt von Sittensen nach Essen klingt erst einmal unspektakulär. Bis man mich kennt. Ich mache aus jeder großen Fahrt ein Erlebnis. Ja, auch als Beifahrer. Seelische und praktische Vorbereitungen alà Wann? Wie? Wo? Wohin? Und Was? müssen getroffen werden, denn ich benötige jede Sicherheit, die ich nur kriegen kann. Lange Fahrten, unbekannte Orte, fremde Menschen und vor allem viele Menschen lösen Unruhe und Angst in mir aus. Es ist kein Geheimnis, dass Google und Google Earth vor jedem Ereignis malträtiert werden. Und nur die Vorfreude lässt mich in ein Auto steigen.

Aromatherapiebegleiter

Während der Fahrt zu entdecken, dass Andy Brings bereits Live-Aufnahmen im Social Media veröffentlichte, die zeigten, wie er die Lichtburg Essen betritt, war mir ein Fest. Auch wenn ich kurzfristig in Panik verfiel, als ich erfuhr, dass ich während des roten Teppich-Auftrittes allein sein würde – in einer Menschenmenge! – während Tim in der Limousine mit vorfuhr. 

Doch zur Ankunft gab es zunächst einen entspannten, gemeinsamen Empfang im VIP Bereich, wo Andy uns alle begrüßte und darauf bestand, uns unsere Sitzplätze zu zeigen. „Damit ihr das schon mal gesehen habt“, erklärte er und eilte trotz Stress und Zeitdruck hin und her, um wirklich jedem seinen Sitzplatz zuzuweisen. Er ahnt gar nicht, wie dankbar ich ihm dafür war!

Mich packte sogar der Mut, meinen eben gesichteten, absolut perfekten Sitzplatz mit grandiosem Blick auf die Leinwand zu verlassen, um mich eben doch ins Getümmel zu werfen. Und es hat sich gelohnt! Zu wissen, wohin ich mich zur Not zurück ziehen kann, hat mir geholfen, die Freude der ganzen aufgeregten Menschen um mich herum zu genießen.

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Und dann war es endlich so weit. Eine sehr emotionale Ansprache von Andy kündigte den lang ersehnten Filmstart an. Nach einem wirklich knackigem Intro, dass ich mir am liebsten in Endlosschleife ansehen mag, folgte eine bewegende, sehr persönliche Geschichte, ebenso intime Gespräche und eine klare Message: Verwirkliche deinen Traum, egal über wieviele Hürden du auch klettern musst – es lohnt sich immer!

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Der Film gibt viele Geschichten wieder, zeigt, wie sich Kreise geschlossen haben, Träume erfüllt wurden und Kämpfe sich gelohnt haben. Es fallen inspirierende Sätze, überlegte Ansichten und reflektierende Äußerungen. Worte, denen man vielleicht im Leben schon einmal begegnet ist und manch einer mag fragen, warum schaue ich mir dafür eine Rockumentary an? Die Antwort ist: weil es so authentisch ist. Es ist so unglaublich ehrlich, dass es in unserer heutigen Zeit wie ein Märchen klingt.

Dieser Film holt dich ab, von wo du gerade abgeholt werden musst oder möchtest. Er bewegt und vermittelt Mut – ganz ungeschönt und dennoch irgendwie magisch.

Und das ist vielleicht eines der beeindruckendsten Dinge an „Full Circle“: Andy hatte vor einem Jahr die Idee von einem Film und hat ihn in kürzester Zeit mit wenigen Mitteln und Helfern nicht einfach nur umgesetzt, sondern ihm Leben eingehaucht – er hat die Lichtburg Essen mit Menschen gefüllt, die nicht wussten, was auf sie zu kam und bereits vorher begeistert waren. Er hat jedem Einzelnen eine Therapiesitzung geschenkt, die weder Trauer noch Bedauern oder Langeweile aufkommen lässt. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass jeder etwas Kostbares davon mit nach Hause genommen hat.

Mich haben drei Dinge sehr geprägt. Zum Einen die unglaubliche Größe, die Andy zeigt, in dem er sich Vis-a-vis mit seinem größten Trauma aus der Vergangenheit zusammen setzt und irgendwie abschließen kann.

Dann natürlich seine großartige Mutter, die ihrem Sohn zur Seite steht, ihm den Rücken stärkt und beteuert, dass er nur machen soll, was ihn glücklich macht – was es auch sei -, denn nur das wäre ihr Glück. Es gab kein „Wasch dein Make-up ab, zieh was Ordentliches an, weil man das so macht“, sondern nur ein „Du liebst, was du liebst, gehe deinen Weg“.

Was ich für mich so wichtig finde, ist die Aussage von Andy, dass du nicht der Beste sein musst, um erfolgreich zu sein. Du musst auch nicht der Erfolgreichste sein, um deine Leidenschaft in vollem Maße ausleben zu können. Aber du musst authentisch sein, weil genau das ist es, was dich am Ende dort hin bringt, wo du sein möchtest. Und das bedeutet nicht, der Erste zu sein, sondern der mit der größten und echtesten Freude.

Und um noch einmal zu unterstreichen, wie glücklich er mit dem ist, was er tut, gab es von Andy ein kleines Überraschungs-Konzert – wie ein Dankeschön für das vorgeschobene Vertrauen in ihn – inklusive einem Duett mit Doro Pesch, die durch ihren Filmauftritt sicher nicht nur mein Herz gewonnen hat.

Andy noch persönlich mit einem herzlichen Dankeschön und großem Lob verabschieden zu können, hat den Abend für mich perfekt abgeschlossen – meine Erwartungen wurden übertroffen und ich bin sehr, sehr froh, diese Erfahrung gemacht haben zu dürfen.

Kleiner Nachtrag: Die Filmpremiere ist nun einen Monat her. Seitdem habe ich „Full Circle“ ein zweites Mal im Cinestar Bremen gesehen und den Film noch einmal ohne die ganze Aufregung drumherum auf mich wirken lassen können. Ich empfand ihn ebenso spannend wie beim ersten Sehen und glaube, dass jeder seine ganz eigene, persönliche Essenz aus ihm ziehen kann.

Wer ihn noch nicht gesehen hat: am 18. Oktober läuft er ein zweites mal in den Cinestar-Kinos!

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