Selbstachtsamkeit und Kosmetik

„Wenn wir unsere Gedanken und unser Handeln entschleunigen, einen Schritt zurück treten, um uns selbst zuzusehen und zu begreifen, dann verändern wir den Blick auf uns selbst…“

Selbstfürsorge bzw. Selbstpflege ist eine Form von Achtsamkeit. Und damit kann auch die Schönheitspflege zum achtsamen Umgang mit sich selbst werden. Dabei ist es wichtig, ganz bewusst wahrzunehmen, was du für dich tust und nicht in der Erwartung fest zu stecken, dich zu optimieren.
Es geht darum, zu erkennen, womit du dich wohl fühlst und wie du dir Gutes tun kannst.

Der Weg ist das Ziel. Die Auswahl deiner Hautpflege ist der erste Schritt: welche Gerüche mag ich, welche Nährstoffe möchte ich meiner Haut geben, wie soll es sich anfühlen? Ich möchte Töpfchen, Tiegel und Tuben öffnen und einen Duft wahrnehmen, der mich lächeln lässt. Ich möchte wissen, dass die Inhaltsstoffe pflegend und nährend sind. Und ich möchte, dass es sich gut anfühlt. Kosmetik soll vor allem für mich sein, für mein Wohlgefühl und meine Sinne. Wenn ich mich gut fühle, strahle ich das auch aus.

Mittlerweile stelle ich meine Kosmetik selbst her und dabei „mixe“ nicht nur, sondern wähle bewusst Zutaten, die für sich allein schon wertvoll sind. Mit diesem Bewusstsein bekommt Hautpflege eine ganz neue Bedeutung und geht viel tiefer.

Ich habe gelernt, welche Möglichkeiten die Natur bietet und wieviel Wertvolles direkt vor meiner Nase wächst. So kann ich Ölauszüge und Tinkturen aus Gänseblümchen und Rosen, oder Aufgüsse aus Brennnesseln herstellen und diese für meine eigene Kosmetik verwenden. Kreativ zu sein, auszuprobieren und Rezepturen zu verfeinern ist zu einem schönen und nachhaltigen Hobby geworden. Ich lerne meinen Garten ganz neu kennen und mein Blick hat sich verändert. Aus dem unliebsamen Unkraut Gundermann zum Beispiel ist eine wunderbare Heilpflanze geworden. Meine Wertschätzung gegenüber der Pflanzenwelt ist gewachsen und ich bin dankbar, diese kostbaren Essenzen aufnehmen zu können. Ein Gefühl von Verinnerlichen entsteht und ich fühle mich direkt verbunden.

Meine Schönheitspflege dreht sich kaum noch um Äußerlichkeiten, sondern hauptsächlich um die inneren Werte. Im Vordergrund stehen die Inhaltsstoffe, deren Wirkung auf die Gesundheit meiner Haut und das gute Gefühl, etwas für mich zu tun, dass mich zufrieden macht.

Diese Form der Selbstachtsamkeit hat mich gelehrt, dass alles ein Prozess ist. Die Natur intensiver zu beobachten, macht der eigenen „Natürlichkeit“ bewusst. Steter Wandel, bedingt durch Jahreszeiten, Zyklen, äußere Umstände, Nahrung und Pflege – alles wirkt und bewirkt; wir sind nie gleich, nie statisch.

Ich bin einen Schritt zurück getreten von dem Wunsch der Selbstoptimierung, habe mich umgesehen, Neues wahr genommen und gelernt. Und so hat sich der Blick auf mich selbst ein Stück verändert … ich fühle mich … geerdet.

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